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Exotenhandel !!

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In kleine Plastikboxen gepfercht, wie Wühltischware aufeinander gestapelt, drangvoller Enge und neugierigen Augen gleichermaßen hilflos ausgeliefert, das ist das Schicksal der Tiere, die bei Exotenbörsen gehandelt werden. Wo die Tiere enden ist den skrupellosen Händlern egal. Für viele ein Todesurteil! animal public hat verdeckt  recherchiert.

Elf Uhr morgens in Hamm Westfalen. Vor den Zentralhallen parken Autos aus ganz Deutschland. Händler und Besucher sind von weither angereist um an der „Exotic Animal“, einer Börse, auf der exotische Säugetiere verkauft werden, teilzunehmen. Im Inneren reihen sich die Stände von Privathaltern und professionellen Tierhändlern aneinander. In kleinen Glaskästen sitzen Igel aus aller Welt. Ein Tier wird aufgerollt und umhergezeigt, das lockt Kunden an. Zwei Waschbären kauern in der Ecke einer Hundebox. Wenige Meter weiter werden Stinktiere angeboten, die Stinkdrüsen wurden operativ entfernt, erklärt der Verkäufer.

 


Stress und Angst

Die Tiere sind gestresst. Sie sitzen in kleinen Kisten oder Käfigen, sind darin schon über viele Stunden transportiert worden. Um sie herum eine ungewohnte Geräuschs- und Geruchskulisse, Menschenmassen und Fressfeinde. Verzweifelt hüpft eine Wüstenspringmaus immer wieder gegen die Plexiglasscheibe der Transportbox. Sie ist ein Wildfang. Vor den Verkaufsständen wird gedrängelt. Jeder will einen Blick auf die Tiere erhaschen. In einem Käfig sitzen zwei Affen, in einer Box auf dem Boden ein Nasenbär, einen Stand weiter liegt eine Schleichkatze zusammengerollt in einer Plexiglaskiste. Immer mehr Tiere wechseln den Besitzer. Ein Kind bekommt von seinen Eltern eine Wüstenspringmaus geschenkt, panisch hüpft das Tier auf und ab. Zwei Kurzkopfgleitbeutler werden verkauft. Die nachtaktiven Tiere stammen aus den bewaldeten, heißen Klimazonen Papua-Neu-Guineas, Indonesiens oder Australiens. Sie werden aus einer kleinen Box in eine andere verfrachtet. „Und was sind das jetzt für Tiere“, fragt der Käufer. „Kurzkopfgleitbeutler“, lautet die knappe Antwort des Händlers.

 

 

 

Lebende Ramschware

Wie Ramschware werden die Tiere auf der Exotenbörse verkauft. Dass die zukünftigen Halter keine Ahnung von den empfindlichen Wildtieren haben, nicht wissen was sie füttern sollen, welches Klima die Tiere brauchen und welche arttypischen Bewegungsbedürfnisse die Tiere haben, interessiert nicht. Gleichgültig ist den Händlern welchen Stress die Tiere in den kleinen, unzureichenden Behältnissen, beim Transport  und in der ungewohnten Umgebung erleiden. Hauptsache das Geld stimmt.

 

 

 

Ungewisses Schicksal

Mit Tüten, Schachteln und Kisten beladen verlassen die Käufer die Börse. Die frisch erworbenen Wildtiere sehen einem ungewissen Schicksal entgegen. Manche von ihnen werden schon bald sterben, da ihr neuer Halter nicht mit ihnen umzugehen weiß und sie aus Versehen verhungern, verdursten, erfrieren oder verbrennen lässt. Andere werden in einem viel zu kleinen Käfig, wahnsinnig vor Langeweile und Einsamkeit ihrem Tod entgegen dämmern.

Die Händler zählen das Geld und packen die Ware ein. In einem halben Jahr werden sie sich wieder in Hamm treffen.

 

 

 

 

  •  Ein gesetzliches Verbot von Wildtierbörsen, da diese für die Tiere mit erheblichen Leiden verbunden sind und dazu beitragen, dass die empfindlichen Tiere in nicht fachkundige Hände gelangen.
  • - Ein gesetzliches Verbot des Imports von Wildtieren für die Privathaltung. Es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb empfindliche Wildtiere unter Bedingungen gehalten werden sollten, die ihren natürlichen Bedürfnissen noch nicht mal annähernd entsprechen.
  • - Ein Nachzuchtverbot von Wildtiern für die Privathaltung, da eine artgerechte Haltung der Tiere in Gefangenschaft nicht möglich ist.
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